Zurück im Klassenzimmer ist alles wie gehabt… oder? In der zweiten Folge überrascht uns Class mit einem Rugby-Star, der um die in der letzten Folge verblichene (weil explodierte) Freundin trauert. Und zeigt damit eine Tiefe, mit der wir nicht gerechnet haben. Als angenehmes Gegenstück zu diesen posttraumatischen Einstellungen gibt es ein neues Monster, das sich seinen blutigen Pfad durch die Coal Hill Academy schnetzelt. Davon zeigt die Kamera erstaunlich viel. Genauso wie von der Rückseite des Rugby-Coachs, der sich unter der Dusche das Blut vom tätowierten Körper spült. Und während Raphael sich noch fragt, wer denn wohl auf so eine billige Nummer anspringt, hat Mary die Sequenz schon als Bildschirmschoner eingestellt.

Das Doctor Who Spin-off Class macht also bei der Folge “The Coach with the Dragon Tattoo” da weiter, wo  sie in der ersten Folge aufgehört hatte. Und zeigt nicht nur sorgfältig inszenierte Bilder, sondern auch einen ungewohnten Realismus, der im Egoismus eines Hauptcharakters gipfelt und damit zu einer überraschten Plotlösung kommt.

Was dazu führt, dass wir uns die Frage nach der Zielgruppe stellen, denn für eine Teenagerserie ist Class auch in der zweiten Folge zu gory, zu nachdenklich und zu abstrakt.